Es gibt Leute, die behaupten doch allen Ernstes, vor allem im sportlichen Bereich, dabeisein sei alles. Es komme ihnen gar nicht auf das Resultat an. Das sportliche Kräftemessen sei doch genug Befriedigung. Dazu kann ich aus eigener Erfahrung bloss sagen – Blödsinn!!!
Dabeisein ist nicht alles, man (und vermutlich auch frau, aber da scheiden sich die Geister, wie so oft bei ihnen) will vorne mit dabei sein. Ganz vorne sogar! Wenn schon, dann gleich Erster!!!
Was mich zu dieser ziemlich radikalen Ansicht bringt? Nun, die eigene Erfahrung im Winterpokal. Ich kann von mir getrost behaupten, dass ich nicht allzu ehrgeizig bin, schon gar nicht in sportlicher Hinsicht. Ich kenne meine Grenzen mehr oder weniger und bin mir auch bewusst, dass ich als 50+-jähriger keine TdF-Etappe mehr gewinnen werde, ja, ich würde den Jungs nicht einmal während 10 Kilometern folgen können – schade eigentlich.
Das heisst … bis jetzt habe ich gemeint es sei so mit meinem Ehrgeiz. Nun aber ist wieder Winterpokal-Zeit und ich sitze auf dem ergo_bike. Da ich aber praktisch immer als Letzter dem Team hinterherhinke, in der Fachsprache heisst das, ich trage die Rote Laterne, sitze ich nicht nur einfach auf dem ergo, nein, ich sitze fast täglich drauf. Dies aber nicht nur ein paar Minuten sondern gleich eine Stunde und mehr. Ich kann es nämlich einfach nicht ertragen die Rote Laterne zu sein – so ist das! Also muss ich Punkte machen. Pro 15 Minuten ergo-bike-Training 1 Punkt für den Winterpokal.
Ich darf (und kann) gar nicht darüber nachdenken, was ich da eigentlich mache. Jeden Tag eine Stunde oder mehr auf einem Hometrainer sitzen, in die Pedalen treten wie ein Verrückter und schwitzen wie (k)ein Tier. Und das alles nur wegen dem Ehrgeiz. Was könnte ich während dieser Zeit doch alles und klugeres machen: Bücher schreiben, Erfindungen ausdüfteln, mit Spekulationen Millionen scheffeln, eine Revolution anzetteln oder die Menschheit vor dem Untergang retten. Aber nein, ich strample und schwitze und sammle Punkte. Das Allerschlimmste ist aber, dass ich mich dabei sauwohl fühle. Mein Körper fühlt sich gut an und meine Psyche macht mit jedem Pünktchen mit dem ich meinem Team wieder näher komme einen kleinen Sprung nach oben. Bin ich nun endgültig verrückt oder vielleicht im Gegenteil, auf dem Weg der Besserung? Ich weiss es noch nicht, aber eine Erkenntnis habe ich bis jetzt gewonnen:
Ehrgeiz sitzt in jedem von uns und gemischt mit einem Hometrainer und einer Rangliste kann es zu höchst unerwarteten Leistungen kommen.
Die Schweiz wählt radikal-islamistisch
Vor 1 Tag






