15 Juni 2012

Vom Bike geholt

Weil mich vor drei Wochen ein unvorsichtiger und auch rücksichtsloser Autofahrer vom Bike geholt hat, humple ich nun immer noch mit Krückstöcken in  der Gegend rum. Ich möchte hier aber nicht in die Details des Unfalls gehen denn das weckt in mir nur ungute Erinnerungen und wer will auch noch von so einem Einzelschicksal lesen. Die Medien sind leider voll mit viel grösseren Katastrophen.
Ich möchte hier aber stichwortartig ein paar Anregungen für Gedanken geben, die man sie vielleicht zwischendurch mal machen kann - solange im Leben alles rund läuft.

Wenn Sie einen Unfall mit Personenschaden haben, lassen Sie die Polizei holen (sofern das geht).
Ich habe es nicht getan in der Hoffnung, mir allzu lange Wartezeit und dem Autofahrer allzu viele Scherereien zu ersparen. Hätte er sich bei meinem Spitalaufenthalt oder auch danach mal nach meinem Wohlergehen erkundigt, wäre ich heute noch der Meinung es sei der richtige Entscheid gewesen. Er tat es aber nicht. Er interessiert sich scheinbar einen Dreck für andere.

Ich bin im Spital Rorschach äusserst kompetent, freundlich und zuverlässig behandelt worden! Zumindest dort ist die sog. Misere im Spitalwesen noch nicht angekommen und ich hoffe das bleibt auch so. Halten wir also die Leute in Ehren, die einen sehr schwierigen Dienst in unseren Spitälern tun.

Wenn man an Stöcken durch die Stadt läuft, merkt man erst, wie rücksichstslos viele Menschen durch die Strassen rennen. Andererseits hat man eher ein Auge dafür, wie viele Leute gehbehindert sind. Also, etwas mehr Rücksicht tut Not, es gibt mehr handicapierte Menschen als wir gemeinhin sehen.

Müssen Sie irgendwann einmal an Stöcken eine Strasse überqueren lassen Sie sich Zeit, viel Zeit! Die Autofahrer kennen nämlich gar nichts. Rücksicht können Sie dort überhaupt nicht erwarten. Traurig aber wahr.

Überlegen Sie sich ab und zu einmal, wie viele Sachen auf einmal Sie machen. Sind Sie nämlich irgendwie behindert, merken Sie plötzlich, wie Sie oft eines nach dem andern planen müssen. Der Mensch ist ein Mega-Multifunktionalitäts-Wesen. Aber nur, wenn er auch wirklich funktioniert.

Denken Sie immer daran: An Stöcken dauert alles länger als Sie meinen; das Laufen, die Rekonvaleszenz, die tägliche Hausarbeit, die Wege die zurückgelegt werden müssen, die Erholung die wir brauchen......
Fazit: Sie brauchen mehr Zeit aber Sie haben auch mehr Zeit. Geniessen Sie das!

01 Mai 2012

SG-Heiden-Altenrhein-Rorschach-SG

Gleich auf der zweiten Outdoor-Runde des Jahres knapp zweieinhalb Stunden Fahrzeit.....ich bin zufrieden. Die genauen Daten hier   oder unter Trainingstagebuch. Ja, ich bin ein kleiner Statistikfan.

Die Fahrt zur Stadt raus ist ziemlich einfach und fast flach. Das einzige Problem ist der Bus der St. Galler Verkehrsbetriebe, der auf der etwas schmalen Strasse plözlich hinter einem herrollt. (Für ihn bin natürlich ich das Problem.)
Die Rehetobelstrasse bis Speicherschwendi ist jetzt sehr gut ausgebaut aber auch hier kanns mit den Postautos etwas eng werden. Eine kurze steile Abfahrt bis Zweibruggen (ein schattiges Loch) und es beginnt die Steigung nach Rehetobel. Auf halber Strecke kann man links abbiegen Richtung Grub-Heiden. Ein sehr schönes, ruhiges und flaches Stück. Danach folgt eine breite, gerade Strasse nach Heiden, erst leicht ansteigend und dann flach. Bei Bise kann es in Heiden selbst im Sommer manchmal recht kalt werden und vor allem hat man dauernd das Gefühl von Gegenwind.
Auf der Abfahrt von Heiden nach Rheineck kann man wirklich brettern. Gestern hat mich zwar in einer Rechtskurve so ein Arschloch von Autofahrer überholt. Wäre dem etwas entgegen gekommen wohin wäre er wohl ausgewichen? Besser, es sich nicht vorstellen!
Die Fahrt durchs Rheintal an einem Werktag ist einfach immer unangenehm. Verkehr wie die Hölle zu fast jeder Tageszeit. Zum Glück ging es mit Hilfe des Föhns ziemlich schnell und ich war nach ein paar Minuten am Flughafen Altenrhein. Dieser ist für ein Ausflüglein immer zu empfehlen. Man kann in die kleine Gartenwirtschaft sitzen und nur durch einen Zaun getrennt dem Flugverkehr zuschauen. (Leider war nicht besonders viel los.)
Zurück in die Hölle von Altenrhein nach Rorschach. Dieses Städtchen selber ist auf der Hauptstrasse für Biker sogar die Doppelhölle - laut, stinkig und immer mit zuviel Verkehr. Aber es gibt Ausweichmöglichkeiten über Rorschacherberg.
Vom Bodensee nach St. Gallen gibt es zwar verschiedene ruhige Wege aber ich habe die Hauptstrasse gewählt. Dort bläst einem der Föhn und noch viel mehr der Nordwind (Bise) so schön in den Rücken und man kann die regelmässige Steigung wie auf einem E-Bike nehmen.

Ein kleiner Hinweis für Auswärtige. Etwas ausserhalb von St. Gallen wird eine Velospur durch die Stadt angezeigt. Nehmen Sie diese nie und nimmer. Sie fahren lediglich völlig blödsinnig rauf und runter durch die Quartiere. Eine absolute Fehlplanung und ich würde gerne einmal die zuständigen Stadträte auf dem Bike über diese Strecke jagen.

Also, gerade über die Rorschacherstrasse, zwar mit viel Verkehr aber trotzdem angenehmer. Bis zu mir nach Hause.
Trotz allem Lärm und Gestank, es war halt einfach wieder eine tolle Fahrt.

Life on two wheels continues!


30 April 2012

20'000 Kilometer auf dem ergo_bike

Ich muss zugeben, dass ich gerade ein bisschen stolz bin auf mich selber. Das ist ja sonst nicht so meine Art aber für einmal darf ich das, denn ich habe in den letzten Tagen den zwanzigtausensten Kilometer auf meinem ergo_bike abgespult.

20'000 Kilometer!!

Das ist ja so etwa die Hälfte des Erdumfangs! Also schon ein Grund um etwas stolz zu sein.

Als ich mich im September 2005 zum Kauf eines Hometrainers entschloss wusste ich eigentlich nur eins, es durfte kein einfaches Gerät sein! Ein solches wäre nämlich mit grosser Wahrscheinlichkeit nach einigen Wochen kaum benutzt in einer Ecke gestanden und hätte dort bestenfalls als Kleiderständer gedient. Nein, der neue Hometrainer musste ein paar Schikanen aufweisen wie Compunteranbindung, fest programmierte Strecken und Speicherung von verschiedenen Werten wie Geschwindigkeit, Puls, Watt, U/Min. usw.
Das einzige Gerät, welches meine Wünsche damals erfüllte war das DAUM ergo_bike 8008 TRS zu einem noch einigermassen verkraftbaren Preis von ca. 1500 CHF. Lieferung und Montage des ergo_bikes gingen völlig problemlos vonstatten und mit der zusätzlichen ErgoWin-Software konnten die Anzahl Programme und die Trainingsstatistik schon um einiges erweitert werden.

Zur selben Zeit entdeckte ich auch ein Forum (Bikeboard) von Gleichgesinnten, in welchem über Neuigkeiten berichtet wurde und mit Hilfe dessen mir bisher jede Frage zu Programmen, Geräten usw. in kürzester Zeit und äusserst Kompetent beantwortet wurden.

Bald einmal wurde im Bikeboard von einer neuen Möglichkeit berichtet, den gemeinsamen Rennen. Die Firma DAUM hatte einen Server zur Verfügung gestellt mit vielen Strecken darauf, welche man mit anderen ergo_bike-Fahrern abfahren konnte. Ab sofort wurde fast nur noch gemeinsam gefahren und ab sofort wusste ich, dass ich meistens als einer der Letzten ins Ziel kam. Ich hatte aber den Vorteil, dass ich meine bescheidenen Leistungen dem Alter zuschreiben konnte. (Bis ich entdeckte, dass es unter den Siegern der Internetrennen einige noch ältere Cracks gab.) Was solls, das Ganze machte Spass, besonders da man über eine Webcam und Mikro auch während der Rennen untereinander in Kontakt war.

Die Entwicklung war damit aber noch nicht zu Ende. Ein Programmier-Genie unter den ergo_bike-Fahrern lancierte vor wenigen Jahren etwas ganz Neues: ErgoPlanet, eine Trainigssoftware für sogenannte Ergonauten. Mit ErgoPlanet konnten Strecken auf den Karten von Google-Earth inklusive Streetview abgefahren werden wobei auch die Leistungswerte angezeigt und gespeichert wurden. Dabei kann man vorgefertigte Strecken verwenden oder auch über GPSies irgendwelche Phantasiestrecken selber programmieren. Das heisst, man fährt zuhause im Wohnzimmer virtuell in Hawaii herum oder über die Anden oder entlang der spanischen Küste. Der Phantasie sind dabei wörtlich keine Grenzen gesetzt.
ErgoPlanet wurde auch noch erweitert durch RoadMovie. Dabei können Strecken abgefahren werden, welche vorab auf Video aufgenommen wurden. Das alles kommt der Realität schon sehr nahe.

Ein Letztes hat noch wesentlich zu meinen 20'000 Kilometern beigetragen: Der Winterpokal.
Seit vier Jahren versuchen die ergo_bike-Fahrer aber auch Radfahrer und Ausdauersportler anderer Art, in fünfer Teams während den Wintermonaten so viele Stunden wie möglich zu Trainieren. Die Stunden werden auf einer entsprechenden Homepage gespeichert und schon ist der Wettbewerb da. Es ist unglaublich, was da an Leistung zusammenkommt!

Nun, all diese Möglichkeiten haben mich wesentlich zu meinen 20'000 Kilometern animiert. Der damalige Entscheid, ein etwas umfangreicheres Gerät zu kaufen, war einer der klügsten in meinem Leben (es gab genug andere). Was als Überbrückung für die Bikelose Winterzeit hätte dienen sollen begleitet mich nun seit sieben Jahren durchs ganze Jahr und macht immer noch gleich viel Freude wie am Anfang. Ich hoffe, das DAUM ergo_bike wird mir auch auf den nächsten 20'000 Kilometern bis zur Vollendung der ganzen Erdumrundung die gleich zuverlässigen Dienste leisten wie bis anhin.

21 Oktober 2011

Die SBB halten mich flexibel

Manchmal bringen mich die Schweizerischen Bundesbahnen an die Grenzen. Zwar nicht an die körperlichen, dies höchstens wenn ich Cisalpino fahren muss, aber das ist eine andere Geschichte (diese), sondern an die geistigen.

Ich glaubte bisher, als einfacher Anwender mit der Technik mithalten zu können. Deshalb versuche ich auch, die von den SBB angebotenen Möglichkeiten zu nutzen. So zum Beispiel den Kauf von Billeten über das iPhone auf der entsprechenden App. Die Aufgabe ist ganz einfach: Ein Billet von St. Gallen nach Kreuzlingen, hin und zurück, 2. Klasse, Halbtax und ich bin im Besitz eines sog. Stadtpasses für St. Gallen (Zone 10). Und mit den „Zonen“ beginnt auch das Elend, sie sind mir irgendwie unheimlich, denn sie erinnern mich immer an Ost- und Westzone, welche eigentlich mittlerweile von der Geschichte bestraft worden sein sollten. Beim Schweizerischen ÖV gibt es sie nun aber und ich muss mich drein schicken.

Mein erster Gedanke beim Billetkauf ist also, dass ich für die Zone 10 (St. Gallen) schon ein Billet habe und somit ein Anschlussbillet nach Kreuzlingen brauche. Auf der SBB-App kommt, schön der Reihe nach eingetippt, plötzlich diese Meldung

Hä??? Liebe App, liebe SBB, ich habe St. Gallen RICHTIG geschrieben, ich schreibe dies schon sein bald 50 Jahren richtig (und ich habe es überprüft)! Flexibel wie ich bin, versuche ich es mit „Haggen“, einem Vorstadtbahnhof von St. Gallen …. und es funktioniert.

Doch wenn ich das Angebot anschaue zeigt sich dies:

Fr. 13.20, gültig 2 Stunden??? Schon wieder Hä??? Ich will länger bleiben! (Ja, ich gebe es zu, ich will in Konstanz einkaufen und schädige damit die Schweizer Wirtschaft….wer macht das heutzutage nicht?). Heisst das nun, dass ich für den Rückweg dasselbe Billet nochmals lösen muss? Also Fr. 26.40? Da kann ich die Einkäufe ja gleich in der Schweiz machen. (Vielleicht will „man“ mir das ja auch einfach schonend beibringen.)

Da aber meine Flexibilität kaum Grenzen kenn, versuche ich es mit einem ganz normalen Billet: St. Gallen – Kreuzlingen, 2. Klasse, Halbtax, retour. Und ich erhalte…eine Tageskarte für Fr. 13.20. Zum dritten Mal Hä??? Ich kann damit also einen Tag lang wie ein Irrer zwischen den beiden Städten hin und her pendeln. Schön und gut, ich habe mein Ziel erreicht, aber ich weiss nicht ganz warum. Es stellen sich mir nämlich folgende Fragen:

- Wieso fällt mein St. Galler Stadtpass bei diesem Billet nicht in Betracht? Ich habe damit ja freie Fahrt in der Zone 10.

- Wie funktioniert das mit dem Anschlussbillet wenn ich etwas länger als 2 Stunden bleibe?

- Wie machen das technisch nicht mehr ganz versierte und etwas weniger flexible Menschen?

Wenn wir also nicht am Schalter anstehen wollen, was von den SBB propagiert wird, so kann es ohne weiteres sein, dass wir gleich viel Zeit brauchen um das richtige Billet aus der iPhone-App herauszukitzeln. Aber der Vorteil: Wir bleiben flexibel.