Auch bin ich nicht ganz sicher, ob eine Volksinitiative der richtige Weg ist, dass St. Gallen rasch aus dem Bibliotheksschlamassel heraus findet. Denn bekanntlich ist der Weg durch die politischen Instanzen nicht unbedingt kurz.
Trotzdem freut mich Paul Rechsteiners Vorstoss und das nicht nur weil wir den selben Namen tragen. Es ist äusserst wichtig, die ganze Problematik immer wieder anzusprechen sonst besteht die Gefahr dass sie im Sand verläuft. Eine Art Politik der kleinen Nadelstiche.
Die Kantonsregierung hat hinterrücks die Pläne für eine gemeinsame Bibliothek vom Tisch gewischt, begründet durch auf bürgerlichem Mist gewachsenem Sparwahn. Und es wäre den Verantwortlichen nun lieb, wenn einfach ein wenig Ruhe einkehren würde und in der Zwischenzeit das Geld üppig für Brücken, Strassen und Tunnels ausgegeben werden könnte. Aber nein, wir geben keine Ruhe! Wenn sich der eine oder andere Verantwortliche Kantons- oder Stadtpolitiker in die Vadiana oder die Freihandbibliothek bemühen würde, müsste auch er oder sie einsehen, dass dort unhaltbar beengende Zustände herrschen und dass die Angestellten ihr menschenmöglichstes tun, um trotz allem einigermassen geordnete Dienstleistungen zu bieten.
Ausserdem wird heute doch "Benchmarking" so hoch gelobt. Wieso also nicht auch einmal einen Blick in eine andere Bibliothek werfen, zum Beispiel das Meidenhaus am See in Friedrichshafen? DAS ist eine Volksbibliothek! Zu so etwas muss doch auch die "Bücher-"Stadt St. Gallen in der Lage sein.
Ich bin überzeugt, es fehlt weder am Geld noch am Platz sondern schlicht am Willen. Die neue Bibliothek St. Gallen lässt sich immer noch verwirklichen. Ob gemeinsam (Vadiana + Freihand) oder alleine (Freihand als reine Stadtbibliothek) sei dahingestellt. Wobei mir letztere Lösung lieber wäre, da die Chance, diese in vernünftiger Zeit zu verwirklichen ohne Kanton grösser wäre. Und wo? Nun, mit der Hauptpost kann ich mich auch in abgespeckter Version immer noch nicht anfreunden. Das Gebäude taugt als Bunker aber nicht als Bibliothek. Aber wenn schon Post, wieso denn nicht in dem Gebäude der Post Brühltor?
Auf jeden Fall dürfen die Pläne für eine "Volks-"Bibliothek St. Gallen weder sanft entschlafen noch begraben werden. Wir wecken euch immer wieder auf!



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